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Die Investition

Denkmalschutz und energieeffiziente Sanierung

Grundsätzlich stehen die beiden gesellschaftspolitischen Interessen Energieeffizienz und Klimaschutz auf der einen Seite sowie Denkmalschutz auf der anderen nicht ohne Widerspruch zueinander. Eine energieeffiziente Sanierung hat das Bestreben, die vorhandene Altbausubstanz dahingehend zu verändern, zu ertüchtigen und umzubauen, dass sie mit möglichst geringem Energieeinsatz beheizbar und damit nutzbar ist und dass in der Folge davon auch nur möglichst geringe CO2-Emissionen an die umgebende Atmosphäre abgegeben werden.

Der Denkmalschutz auf der anderen Seite will die Ursprünglichkeit, den möglichst unveränderten Weitererhalt von Substanz und Erscheinungsbild historischer Gebäude gewährleisten. Dabei bedeutet jedes Mehr an Veränderung zugunsten energiewirtschaftlicher Belange ein Weniger an Originalerhalt und jede Anspruchserhöhung an den Zeugniswert beschneidet umgekehrt die Möglichkeiten zur Reduzierung des Energieverbrauchs.Die Lösung ist muss hier ein Kompromiss sein. Der Verzicht auf Maximalforderungen der einen Seite erlaubt es dann der anderen, wenigstens anteilig ihre Interessen zu verfolgen und umgekehrt.

Die gesetzlichen Grundlagen:

Das Gesetz zur Einsparung von Energie in Gebäuden (Energieeinsparungsgesetz – EnEG)

Vom 22.7.1976, zuletzt geändert am 28.3.2009) bildet die gesetzliche Grundlage der Energieeinsparverordnung. Geregelt werden der Wärmeschutz und die energiesparende Anlagentechnik sowie ihr Betrieb (§§ 1-3). Nach § 4 sind Ausnahmen von den Anforderungen an die Energieeinsparung zugelassen, insbesondere wenn es sich um „besonders erhaltenswerte Gebäude“ handelt. Grundsätzlich sind Ausnahmen nur dann erlaubt, „soweit der Zweck des Gesetzes, vermeidbare Energieverluste zu verhindern, dies erfordert oder zulässt“. Die Energiesparmaßnahmen müssen generell „zu einer wesentlichen Verminderung der Energieverluste beitragen, und die Aufwendungen müssen durch die eintretenden Einsparungen innerhalb angemessener Fristen erwirtschaftet werden können“. In den Rechtsverordnungen ist gemäß § 5 Abs. 2 vorzusehen, dass auf Antrag von den Anforderungen befreit werden kann, soweit diese im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen.

Energieeinsparverordnung (EnEV 2009)

Die Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden (Energieeinsparverordnung – EnEV vom 24.7.2008, zuletzt geändert am 29.4.2009) regelt in den §§ 9 ff. die Anforderungen an bestehende Gebäude und Anlagentechnik. Energieausweise werden in § 16 ff. behandelt. Anforderungen an den Wärmeschutz sind immer dann zu erfüllen, wenn Änderungen von Außenbauteilen mehr als 10 % der gesamten jeweiligen Bauteilfläche des Gebäudes betrifft. Die Vorgaben der EnEV 2009 können erfüllt werden, indem die Wärmedurchgangskoeffizienten in Anlage 3 der EnEV 2009 nicht überschritten werden oder der Jahres-Primärenergiebedarf des Referenzgebäudes und der Höchstwert des spezifischen Transmissionswärmeverlustes bzw. die Höchstwerte der mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten um nicht mehr als 40 % überschritten werden.

Für Baudenkmale gilt dabei Folgendes:

Grundsätzlich sind Baudenkmale, d.h. die nach dem jeweiligen Landesdenkmalschutzgesetz geschützten Gebäude vom Gültigkeitsbereich der EnEV 2009 nicht ausgenommen, es sei denn, sie gehören zu den Gebäudetypen, die generell ausgenommen sind nach § 1 Absatz 2 EnEV 2009.

Gemäß § 24 EnEV 2009 kann bei baulichen Änderungen von den Anforderungen der Verordnung jedoch ohne weiteren Antrag des Eigentümers abgewichen werden, soweit bei Baudenkmalen oder sonstiger besonders erhaltenswerter Bausubstanz durch die Erfüllung der EnEV-Anforderungen die Substanz oder das Erscheinungsbild beeinträchtigt wird oder andere Maßnahmen zu einem unverhältnismäßig hohen Aufwand führen würden. Nach § 16 Absatz 4 EnEV 2009 müssen Energieausweise bei Baudenkmalen weder Kaufinteressenten noch Mietern, Pächtern oder Leasingnehmern vorgelegt werden. Bei öffentlich genutzten Baudenkmalen müssen Energieausweise nicht ausgehängt werden. Damit soll ein denkmalschädlicher Modernisierungsdruck vermieden werden.

Baukonstruktive Maßnahmen im Rahmen einer energieeffizienten Sanierung:

Dach

Die Dämmung des Daches kann als Zwischensparren-, Untersparren- oder Aufsparrendämmung sowie in Kombination derselben erfolgen.

Fassade

Die Dämmung der Außenwände kann auf der Außenseite, der Innenseite und/oder im Kern erfolgen (Außen-, Innen-, Kerndämmung). Auf der Außenseite kann sie hinter einer traditionellen Vorsatzschale (z.B. hinterlüftete Holz- oder Schieferverschalung) oder als Wärmedämmverbundsystem (WDVS) aufgebracht werden. Alternativ kann auf der Außen- und/oder Innenseite ein Dämmputz vorgesehen werden. Schließlich kann die Dämmung der Innenseite mit kapillaraktiven Dämmstoffen in Platten- oder Schalenform erfolgen. Wird der Dachboden eines Gebäudes nicht beheizt, kann alternativ zur Dämmung des Daches kostengünstiger, einfacher und wärmetechnisch effektiver die oberste Geschossdecke gedämmt werden. In der Regel wird auf oder unter dem Dielenboden gedämmt. Um Wärmeverluste zum Keller bzw. zum Erdreich zu minimieren, wird auf oder unter dem Erdgeschossfußboden gedämmt.

Fenster und Türen

Zur Minimierung von Transmissionswärmeverlusten besteht die Möglichkeit der Instandsetzung der originalen Fenster und Türen, des Einbaues einer Wärmeschutzverglasung, eines zusätzlichen Kastenfensters auf der Innenseite oder schließlich des Austausches der Fenster und Türen. Die „Bagatellgrenze“ der EnEV 2009 regelt in § 9 Absatz 3 für Bestandsgebäude: Wenn weniger als 10 % der Fensterfläche des gesamten Gebäudes erneuert werden sollen, müssen die MindestU-Werte für diese Bauteile nicht eingehalten werden; die Werte dürfen allerdings nicht schlechter sein als die der Bestandsfenster. Sind mehr als 10 % der Fensterfläche vom Umbau betroffen, werden für diesen Anteil die geforderten U-Werte wirksam. Die Bestimmung besagt dabei nicht, dass bei mehr als 10 % Flächenanteil alle Fenster des Gebäudes erneuert werden müssen.

Anlagentechnische Maßnahmen

Heizungsanlagen

Mit dem Einbau einer modernen Heizungsanlage, wie z.B. eines Brennwertkessels, können 10 % bis 40 % Heizenergie eingespart werden. In Wohngebieten mit Nah- oder Fernwärme bietet sich ein Anschluss an das Netz an. Blockheizkraftwerke (BHKW) bzw. Kraft- Wärme- Kopplungs- Anlagen (KWK- Anlagen), die durch Gewinnung von elektrischer Energie und Wärme einen höheren Gesamtwirkungsgrad erzielen, bieten eine Alternative für quartiersbezogene Anlagen.

Lüftungsanlagen

Als weitere technische Anlagen sind Lüftungsanlagen möglich. Man unterscheidet reine Abluftanlagen, Zu- und Abluftanlagen sowie Lüftungsanlagen mit oder ohne Wärmerückgewinnung.

Nutzung erneuerbarer Energien

Erneuerbare bzw. regenerative Energien werden aus Quellen bezogen, die sich kurzfristig selbst regenerieren, d.h. aus nachwachsenden Rohstoffen (Biomasse) oder deren Quelle sich durch die Nutzung nicht erschöpft (Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme). Die Nutzung erneuerbarer Energien trägt absolut nicht zur Energieeinsparung bei, wohl aber dazu, die endlichen Energievorräte zu schonen. Für die bauliche Energieoptimierung ist zu unterscheiden in Formen der Energiegewinnung, die am Ort des Verbrauchs sinnvoll sind (Wärmerückgewinnung, Solarthermie, z.T. Geothermie), und solche, deren Standort verbrauchsunabhängig ist (Photovoltaik, Wind u. a.).

Die Innendämmung der Außenwände als Alternative zur Außendämmung birgt neben bekannten bauphysikalischen Problemen auch wirtschaftliche und mietrechtliche Nachteile für den Vermieter. Jede Innendämmung führt zu Flächenverlusten, was insbesondere bei bestehenden Mietverträgen ein relevantes mietrechtliches Problem für den Vermieter darstellt. Diese Mietverträge sind mit Zustimmung des Mieters anzupassen. In Abhängigkeit der baulichen Ausführung der Konstruktion der Innendämmung (dampfdicht bzw. diffusionsoffen) sind vom Mieter gewisse Regeln zu beachten, um nicht durch Fehlverhalten nachhaltige Schädigungen der Bausubstanz zu verursachen.

Solarthermie / Photovoltaik Dach

Die Errichtung von Solarthermie- und Photovoltaikanlagen ist aus energetischer bzw. umweltrelevanter Sicht positiv zu sehen, führt auf den Dächern von Kulturdenkmalen jedoch in der Regel zu erheblichen Veränderungen, die nicht selten auch starke Beeinträchtigungen sein können (z.B. in den durch rote Ziegel geprägten Dachlandschaften alter Stadtkerne).

Solarthermie / Photovoltaik Fassade

Ähnlich der Dachvariante – nach dem gegenwärtigen Stand der Technik ist bei einer senkrechten Anbringung mit einem verminderten Solarertrag zu rechnen. Die Beeinträchtigungen des Erscheinungsbildes sind hier noch gravierender.

Außenluftwärmeübertrager/ Lüftungsanlage

Als Energiequelle kann auch die Außenluft oder die Abluft genutzt werden. Erdwärme. Die im Erdinneren gespeicherte Wärme kann zu Heizzwecken und zur Stromerzeugung verwendet werden. Es gibt oberflächennahe Systeme sowie Systeme mit Tiefenbohrungen.

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