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Der Ablauf

Wichtige Fragen und Antworten zum Kaufvertrag

Wie erfolgt der Kauf einer Wohnung?

Grundsätzlich gilt, dass Immobilien bzw. Grundstücke in der Bundesrepublik Deutschland nur durch einen Kaufvertrag erworben werden, der von einem Notar beurkundet wird. Jede andere Form des Erwerbs ist unwirksam!

Ganz vereinfacht gesprochen, erfolgt der Kauf einer Immobilie in drei Schritten:

  • Beurkundung des Kaufvertrages durch einen Notar,
  • Zahlung des vereinbarten Kaufpreises vom Käufer an den Verkäufer,
  • Übertragung des Eigentums vom Verkäufer auf den Käufer durch Eintragung des Käufers als Eigentümer im Grundbuch.

Der Kaufvertrag bildet dabei die Verpflichtung der Vertragsparteien; die Zahlung des Kaufpreises sowie die Übertragung des Eigentums ist die jeweilige Erfüllung dieser Verpflichtung.

Weitere Fragen

  1. Kann ich auch eine Immobilie kaufen oder verkaufen, ohne das Verkäufer und Käufer gleichzeitig anwesend sind?
  2. Welche Aufgabe übernimmt der Notar?
  3. Wer bezahlt bei einem Kaufvertag die Kosten für den Notar und wie hoch sind diese Kosten?
  4. Was ist ein Notaranderkonto?
  5. Wann ist die Kaufpreiszahlung über ein Notaranderkonto sinnvoll?
  6. Was ist ein Lasten-Nutzen-Wechsel?
  7. Was ist eine Belastungsvollmacht?
  8. Wozu dient ein Grundpfandrecht?
  9. Was ist eine Grundschuld?
  10. Warum entsprechen die Zinsen für die Grundschulden nicht denjenigen im Darlehensvertrag?
  11. Was ist eine Sicherungszweckerklärung?
  12. Was bedeuted die Unterwerfung unter die sofortige Zwangsvollstreckung?
  13. Was ist eine Zwangsversteigerung?
  14. Welche Gewährleistungsansprüche hat der Käufer gegenüber dem Verkäufer einer Immobilie?
  15. Was ist eine Auflassungsvormerkung?
  16. Was ist die „Auflassung“?
  17. Wann hat ein Mieter ein Vorkaufsrecht?
  18. Bruttowarm-, Bruttokalt- und Nettokaltmiete – was ist der Unterschied?
  19. Was bedeuted „Kauf bricht Miete“?
  20. Welche Bestandteile der Miete sind nicht im Wohngeld enthalten?
  21. Was ist Wohngeld?

Kann ich auch eine Immobilie kaufen oder verkaufen, ohne das Verkäufer und Käufer gleichzeitig anwesend sind?

Ja, das ist möglich! Grundsätzlich soll ein Kaufvertrag zwar unter gleichzeitiger Anwesenheit beider Vertragsparteien abgeschlossen werden. Ist dies ausnahmsweise aber nicht möglich, z.B. wegen der unterschiedlichen Wohnsitze von Käufer und Verkäufer, gibt es verschiedene Wege einen Wohnungskaufvertrag trotzdem abzuschließen.

„Angebot-Annahme-Verfahren”: Danach beurkundet der Käufer zunächst ein notarielles Kaufangebot bei einem Notar seiner Wahl an seinem Wohnort. Dieses notarielle Angebot wird anschließend an den Verkäufer gesandt, der wiederum bei einem Notar seiner Wahl die Annahmeerklärung abgibt. Mit Beurkundung dieser Annahme wird der Vertrag wirksam geschlossen.

„Notarielle Vollmacht”: Käufer oder Verkäufer ermächtigen einem Dritten in seinem Namen den gewünschten Kaufvertrag abzuschließen.

„Vollmachtloser Vertreter”: Ein Dritter nimmt an der Beurkundung teil und unterschreibt den Vertrag. Anschließend wird dem Vertretenen der Vertrag zugesandt, und er muss diesen dann seinerseits vor einem Notar notariell genehmigen. Erst nach erfolgter Genehmigung ist der Vertrag wirksam. Alle aufgezeigten Varianten sind mit (vergleichsweise geringen) zusätzlichen Kosten der Beurkundung verbunden. Bitte informieren Sie sich ggf. vorab durch eine Anfrage bei dem beurkundenden Notar über die Höhe der Kosten.

Welche Aufgabe übernimmt der Notar?

In Deutschland bedarf der Kauf einer Wohnung der notariellen Beurkundung. Dies bedeutet, dass die Vertragsparteien – Verkäufer und Käufer – vor einem Notar erscheinen müssen. Der Notar ließt den Kaufvertrag vor und belehrt die Anwesenden über seinen Inhalt. Der Notar ist dabei immer neutral und nimmt somit eine von den Vertragsparteien unabhängige Mittlerposition ein.

Zur Wirksamkeit des Vertrages müssen die Parteien den Kaufvertrag in Anwesenheit des Notars unterschreiben.

Anschließend betreut der Notar die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrages. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um:

  • die Überwachung der Kaufpreiszahlung,
  • die Beantragung der Eintragung einer Auflassungsvormerkung zugunsten des Käufers,
  • die Beantragung der Löschung von Belastungen im Grundbuch, die der Käufer gem. Kaufvertrag nicht übernimmt,
  • die Beantragung von Belastungen, die auf Veranlassung des Käufers im Grundbuch eingetragen werden sollen,
  • die Beantragung der Umschreibung des Eigentums auf den Käufer nach erfolgter Kaufpreiszahlung.

Wer bezahlt bei einem Kaufvertag die Kosten für den Notar und wie hoch sind diese Kosten?

Grundsätzlich trägt die Kosten der notariellen Beurkundung eines Kaufvertrages und seiner Durchführung der Käufer. Die Kosten sind dabei nicht frei verhandelbar, sondern ermitteln sich nach dem „Gesetz über die Kosten in Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit” (KostO).

Dieses Gesetz wiederum staffelt die Gebühren nach dem sog. Geschäftswert. Bei der Beurkundung eines Kaufvertrages ist z. B. der beurkundete Kaufpreis Bemessungsgrundlage.

Praxistipp:Zur allgemeinen Orientierung und ersten Grobschätzung kann man diese Kosten (inkl. dazugehöriger Abwicklung des Vertrages im Grundbuch) mit ca. 1,5 bis 1,8 Prozent des Kaufpreises kalkulieren.

Was ist ein Notaranderkonto?

Das Notaranderkonto ist ein von dem beurkundenden Notar eingerichtetes, treuhänderisch verwaltetes Konto, das speziell für die Bezahlung des vereinbarten Kaufpreises eingerichtet wird. Der beurkundende Notar ist grundsätzlich angewiesen, ein Notaranderkonto nur in bestimmten Fällen einzurichten. Dies kann entweder auf ausdrücklichem Wunsch der Kaufvertragsparteien erfolgen oder aber, weil die Grundbuchsituation dies erforderlich machen kann. Für das Einrichten und Führen eines Notaranderkontos werden separate Gebühren fällig, die in der Regel der Käufer zu zahlen hat.

Wann ist die Kaufpreiszahlung über ein Notaranderkonto sinnvoll?

Vorausgesetzt, ein Notaranderkonto ist nicht bereits aufgrund der Grundbuchsituation erforderlich, kann seine Verwendung für den Käufer immer dann sinnvoll sein, wenn er zügig in den Besitz des Kaufgegenstandes gelangen möchte. Auf diesem Wege kann unabhängig vom Grundbuchstand ein zügiger wirtschaftlicher Eigentumsübergang (Lasten-Nutzen-Wechsel) erreicht werden.

Wenn kein Notaranderkonto vereinbart ist, dann wird der Kaufpreis vom Notar erst dann zur Zahlung fällig gestellt, wenn die im Kaufvertrag aufgeführten Bedingungen erfüllt sind. Insbesondere ist dies die sog. Auflassungsvormerkung die zugunsten des Käufers eingetragen oder dessen Eintragung aus Sicht des Notars zumindest sichergestellt sein muss.

Wenn in Abteilung III des Grundbuches Belastungen zu Gunsten verschiedener Gläubiger aufgeführt sind, die im Rahmen der Eigentumsübertragung von dem Verkäufer auf den Käufer zu löschen sind, oder aber der Käufer den Kaufpreis über mehrere Kreditinstitute finanziert, dann sollte ein Notaranderkonto regelmäßig verwendet werden.

Was ist ein Lasten-Nutzen-Wechsel?

Mit Lasten-Nutzen-Wechsel bezeichnet man den wirtschaftlichen Übergang des Kaufgegenstandes vom Verkäufer auf den Käufer. Ab diesem Zeitpunkt stehen dem Käufer die Erträge aus der Immobilie zu (Mieteinnahmen) und er muss die damit verbundenen Bewirtschaftungskosten, (Wohngeld, evtl. Reparaturkosten und Grundsteuer) und Risiken tragen. Durch Vereinbarungen im Kaufvertrag erfolgt der Lasten-Nutzen-Wechsel dabei üblicherweise unabhängig von dem Eigentumswechsel im Grundbuch. Alleinige (und wesentliche) Voraussetzung für den Lasten-Nutzen-Wechsel ist die Bezahlung des Kaufpreises vom Käufer.

Der Grund für die Trennung des wirtschaftlichen vom „tatsächlichen” Eigentumswechsels liegt in der Bearbeitungszeit der Grundbuchämter. Ohne eine gesonderte Regelung über den Lasten-Nutzen-Wechsel müsste der Käufer solange warten, bis durch das zuständige Grundbuchamt die Umschreibung des Eigentums vorgenommen worden ist. Wenn er den Kaufpreis aber bereits gezahlt hat, dann ist aus seiner Sicht nicht mehr nachvollziehbar, warum er noch bis zur Eigentumsumschreibung im Grundbuch warten muss, bis er die Immobilie selber nutzen kann oder ihm die Mieterträge daraus zugehen.

Hinweis: Im Steuerrecht ist nicht der Eigentumswechsel im Grundbuch, sondern der Lasten-Nutzen-Wechsel entscheidend. Ab diesem Zeitpunkt muss deshalb der Käufer einer Immobile seine damit verbundenen Einnahmen angeben. Im Gegenzug hat er die Möglichkeit, evtl. Abschreibungen geltend zu machen.

Was ist eine Belastungsvollmacht?

Eine Belastungsvollmacht wird in Kaufverträge aufgenommen, wenn der Käufer den vereinbarten Kaufpreis finanziert. Die Belastungsvollmacht ermöglicht es ihm dabei, das Grundbuch als Sicherheit für seine finanzierende Bank verwenden zu dürfen, obwohl er noch nicht selber Eigentümer ist.

Solange der Käufer noch nicht in Abteilung I als Eigentümer eingetragen wurde, benötigt er die Mithilfe des dort eingetragenen Verkäufers. Diese erfolgt dadurch, dass der Verkäufer den Käufer bevollmächtigt, das Grundbuch mit einem Grundpfandrecht zu belasten.

Die Vollmacht wird der Verkäufer aber nur dann erteilen, wenn sichergestellt ist, dass der aufgenommene Kredit ausschließlich zur Bezahlung des Kaufpreises verwendet wird. Die Belastungsvollmacht dient damit dem Interesse des Käufers, den Kaufpreis finanzieren zu können und der Sicherheit des Verkäufers, den finanzierten Kaufpreis auch zu erhalten.

Die Belastungsvollmacht ist somit nicht erforderlich, wenn der Kaufpreis nicht finanziert wird.

Wozu dient ein Grundpfandrecht?

Ein Grundpfandrecht ermöglicht, eine Immobile als Kreditsicherheit zu verwenden. Dafür wird das Grundpfandrecht in Abteilung III des Grundbuches eingetragen. Damit gewährt der Eigentümer der Immobilie dem Kreditgeber sein Grundstück als Pfand für eine eigene oder aber auch fremde Schuld.

Wird der Kredit notleidend, weil der Finanzierungsnehmer ihn nicht mehr bedienen kann, ist der Kreditgeber nach Kündigung des Kreditvertrages berechtigt, die Immobilie zu verwerten und sich aus dem Erlös zu befriedigen.

Grundpfandrechte können sein Hypotheken, Grund- oder Rentenschulden. In der Praxis am häufigsten anzutreffen ist die Grundschuld.

Was ist eine Grundschuld?

Die Grundschuld ist ein Grundpfandrecht und wird üblicherweise von Banken als Kreditsicherheit verwendet. Sie wird in Abteilung III des jeweiligen Grundbuches eingetragen und berechtigt ihren Inhaber, in das Vermögen des Immobilieneigentümers per Zwangsversteigerung zu vollstrecken und sich aus dem Erlös zu bedienen, wenn der Kreditnehmer keine Zahlungen mehr leistet (beachte: der Kreditnehmer muss nicht zwangsläufig auch der Eigentümer der als Pfand dienenden Immobilie sein!)

Sind mehrere Grundschulden eingetragen, so bestimmt die Reihenfolge ihrer Eintragung die Verteilung des Versteigerungserlöses: der Inhaber der zu erst eingetragenen Grundschuld wird auch als erstes aus dem Versteigerungserlös bedient. Man spricht deshalb auch von „erstrangigen” oder „nachrangigen” Grundschulden bzw. Gläubigern.

Warum entsprechen die Zinsen für die Grundschulden nicht denjenigen im Darlehensvertrag?

Es ist üblich, dass die Grundschuldzinsen deutlich über den Darlehenszinsen liegen. Dieses liegt im Wesen der Grundschuld an sich. Juristisch betrachtet, ist sie „abstrakt” und damit nicht abhängig von einer Forderung. Sie bleibt also auch bestehen, wenn der Kreditvertrag, für den sie einst als Sicherheit bestellt worden ist, nicht mehr existiert!

Wenn also die Grundschuld bereits abstrakt ist, dann gilt das gleiche auch für die entsprechenden Zinsen. Somit sichern sie alle gegenwärtigen und (weil abstrakt) künftigen Ansprüche des Kreditgebers gegen seinen Schuldner. Aus diesem Grund entsprechen sie nicht dem zwischen Gläubiger und Schuldner vereinbarten Zinssatz des Darlehensvertrages. Deshalb kann die Grundschuld auch für zukünftige Finanzierungszwecke Verwendung finden.

Solange der Schuldner seinen Verpflichtungen gegenüber dem Kreditgeber nachkommt, spielt der erhöhte Zinssatz der Grundschuld keine Rolle. Zahlt er allerdings nicht mehr, dann hat die Bank das Recht, die Immobilie per Zwangsversteigerung zu verwerten. In diesem Falle gibt die Zinsklausel der Bank das Recht, nicht nur die ausstehende Darlehensforderung, sondern zusätzlich die aufgelaufenen Zinsen der letzten beiden, vor Beginn der Zwangsversteigerung gelegenen Jahre und jene, die noch nach Beginn der Zwangsversteigerung fällig werden, geltend zu machen.

Was ist eine Sicherungszweckerklärung?

Im Zusammenhang mit der Grundschuldbestellung kommt der Sicherungszweckerklärung eine besondere Bedeutung zu. Sie schafft die Verbindung zwischen der ihrer Rechtsnatur nach „abstrakten” Grundschuld und dem zwischen der Bank und dem Erwerber geschlossenen Kreditvertrag. Aufgrund dieses Sicherungsvertrages ist es dem Gläubiger (der Bank) damit nicht mehr möglich, unabhängig von der Leistungserbringung des Schuldners (üblicherweise Zins- und Tilgungszahlung) die Grundschuld zu verwerten.

Praxistipp: Richten Sie besonderes Augenmerk auf die Zweckerklärung! Sie legt fest, für welche Forderungen die zu bestellende Grundschuld als Sicherheit dienen soll und entscheidet damit über Ihr Haftungsrisiko. Kreditinstitute verwenden gerne sog. „weite” Zweckerklärungen, die die Haftung des Kreditnehmers auch auf künftige Verbindlichkeiten ausweitet, die er evtl. gegenüber seinem Kreditinstitut haben wird (oder bereits hat). Im Gegensatz dazu gibt es jedoch auch die „enge” Zweckerklärung, die das Haftungsrisiko auf das bestehende Kreditverhältnis begrenzt.

Was bedeuted die Unterwerfung unter die sofortige Zwangsvollstreckung?

In Kaufverträgen ist es allgemein üblich, dass sich der Käufer gegenüber dem Verkäufer in Bezug auf den Kaufpreis der sofortigen Zwangsvollstreckung in sein gesamtes Vermögen unterwirft. Dies bedeutet, dass dem Verkäufer das Recht eingeräumt wird, bei Zahlungsverzug sofort in das gesamte Vermögen des Käufers zu vollstrecken. Er muss in diesem Falle nicht erst einen – möglicherweise langwierigen - Prozess vor Gericht führen, um den nötigen „Vollstreckungstitel” zu erlangen. Stattdessen kann er beim Notar eine vollstreckbare Ausfertigung des Kaufvertrages verlangen und mit diesem beim zuständigen Amtsgericht direkt die Zwangsvollstreckungsmaßnahmen einleiten. Die Zwangsvollstreckung kann entweder als Zwangsversteigerung oder Zwangsverwaltung erfolgen.

Was ist eine Zwangsversteigerung?

Die Zwangsversteigerung ermöglicht es dem Inhaber eines Grundpfandrechtes oder eines anderen vollstreckbaren (Forderungs)titels, die mit diesem Recht belastete Immobilie zur Erfüllung seiner Forderung zu verwerten. Dies erfolgt durch eine öffentliche Versteigerung der Immobilie in den Räumen des Amtsgerichtes, in denen das betreffende Grundbuch geführt wird.

Welche Gewährleistungsansprüche hat der Käufer gegenüber dem Verkäufer einer Immobilie?

Die Gewährleistungsansprüche des Käufers gegen den Verkäufer richten sich nach den Vereinbarungen im Vertrag. Enthält dieser keine Regelungen, gelten die gesetzlichen Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB).

Beim Kauf eines Neubaus oder einer kernsanierten Denkmalimmobilie hat der Käufer Anspruch auf Mängelfreiheit des Kaufgegenstandes für die Dauer von fünf Jahren (bei beweglichen Teilen von zwei Jahren) ab Kauf oder Abnahme. Eine Sache ist dabei mangelbehaftet, wenn sie nicht die vereinbarte Beschaffenheit aufweist. Weist sie die vereinbarte Beschaffenheit nicht auf, dann kann der Käufer vom Verkäufer zunächst Nacherfüllung verlangen. Scheitert diese, dann ist er berechtigt, wahlweise den Kaufpreis zu mindern, vom Kaufvertrag zurückzutreten und den Kaufpreis zurück zu fordern und/oder Schadensersatz zu verlangen.

Was ist eine Auflassungsvormerkung?

Die Auflassungsvormerkung ist ein Sicherungsinstrument zugunsten des Käufers. Sie ist im Grundbuch in der sog. Abteilung II einzutragen und schützt den Käufer vor einer zusätzlichen Veräußerung der Immobilie durch den Verkäufer.

Die Eintragung der Auflassungsvormerkung wird unmittelbar nach Abschluss des Kaufvertrages vom beurkundenden Notar beantragt und ist notwendig, weil zwischen der Unterzeichnung des Kaufvertrages und der eigentlichen Umschreibung des Eigentums in Grundbuch (insbesondere in Berlin) mehrere Monate vergehen können. Hat der Käufer seine Verpflichtungen aus dem Vertrag erfüllt – hierzu gehört in erster Linie die Bezahlung des vereinbarten Kaufpreises – hat er einen Anspruch gegenüber seinem Vertragspartner (dem Verkäufer) auf Übertragung des Eigentums. Die Vormerkung sichert genau diesen Anspruch, denn sie ist ohne die Zustimmung des Käufers nicht mehr aus dem Grundbuch zu löschen. Sie dokumentiert damit nach Außen, bzw. gegenüber Dritten, den Anspruch des Käufers auf Erlangung des Eigentums an der Immobilie.

Was ist die „Auflassung“?

Mit „Auflassung” bezeichnet man die Einigung zwischen Käufer und Verkäufer über den Eigentumswechsel am Grundstück. Diese Erklärung müssen die Vertragsparteien vor einem Notar abgeben. Um den Eintritt dieser Rechtsänderung zu erreichen, bedarf es anschließend noch seiner Eintragung im Grundbuch. Diese erfolgt, in dem in Abteilung I des Grundbuches der Verkäufer gelöscht und der Käufer neu eingetragen wird.

Praxishinweis: Die Auflassung wird entweder direkt im Kaufvertrag erklärt oder in gesonderter Urkunde nach Zahlung des Kaufpreises. Ist die Auflassung in der Vertragsurkunde enthalten, ist darauf zu achten, dass der Notar sog. „Ausfertigungen” des Vertrages, erst erteilen darf, wenn der Kaufpreis bezahlt worden ist. Dies soll verhindern, dass der Käufer die Eigentumsumschreibung selbst beim Grundbuchamt beantragt, obwohl er den Kaufpreis noch nicht bezahlt hat. Mit einem Kaufvertrag, der die Auflassung bereits beinhaltet, wäre ihm das möglich, weil das Grundbuchamt, das für die Umschreibung des Eigentums zuständig ist, nicht prüft, ob der Kaufpreis tatsächlich schon gezahlt worden ist.

Um dieses Risiko auszuschließen, besteht deshalb alternativ die Möglichkeit, die Auflassung erst nach Zahlung des Kaufpreises zu erklären. Weil die Vertragsparteien (also Käufer und Verkäufer) diese Erklärung erneut vor einem Notar abgeben müssen, wird zur Vermeidung dieses zusätzlichen Aufwandes in den Kaufvertrag eine Bevollmächtigung der Notariatsmitarbeiter aufgenommen, dass sie diese Erklärung abgeben dürfen, nachdem die Kaufpreiszahlung erfolgt ist.

Wann hat ein Mieter ein Vorkaufsrecht?

Der Mieter einer zum Verkauf stehenden Wohnung hat immer dann ein Vorkaufsrecht, wenn sein Mietvertrag vor der Beurkundung der Teilungserklärung abgeschlossen wurde und es sich um den ersten Verkauf nach der Beurkundung der Teilungserklärung handelt. Wurde der Mietvertrag für die zum Verkauf stehende Wohnung z. B. am 01.03.2004 geschlossen und die Teilungserklärung durch den Verkäufer am 07.05.2007 beurkundet, so besteht im Falle des ersten Verkaufs der Wohnung nach dem 07.05.2007 ein Vorkaufsrecht für den Mieter.

Es bewirkt, dass dem Mieter der beurkundete Kaufvertrag zur Kenntnis zu geben ist und er die Möglichkeit erhält, in diesen Vertrag einzutreten. Das Gesetz gewährt ihm für die Entscheidung, ob er von diesem Recht Gebrauch machen möchte, eine Frist von zwei Monaten. Sie beginnt, sobald der Mieter den Vertrag erhalten hat und nicht etwa mit dem Zeitpunkt der ursprünglichen Beurkundung des Vertrages durch Käufer und Verkäufer! Insbesondere dieser Beginn der Frist kann zu einem sensiblen und umstrittenen Thema werden. Dann nämlich, wenn z. B. der Notar den Vertrag per Einschreiben/ Rückschein zustellt und der Mieter das Einschreiben nicht abholt. Nach einer entsprechenden Postlagerfrist geht der Vertrag in diesem Falle wieder zurück zum Notar und der Fristlauf ist nicht in Gang gesetzt worden. Gerade für den Käufer kann dieser Umstand sehr misslich sein; vor allem dann, wenn ein Bankkredit vom Kaufvertrag abhängt.

Bruttowarm-, Bruttokalt- und Nettokaltmiete – was ist der Unterschied?

Die Nettokaltmiete ist der Betrag, den der Mieter als reines Entgelt für die Überlassung des angemieteten Wohnraumes an seinen Vermieter zahlt. Rechnet man die sog. „kalten” Betriebskosten hinzu (alle Bewirtschaftungskosten außer Heizung und Warmwasser), dann ergibt sich die Bruttokaltmiete. Addiert man zusätzlich noch die Kosten für den Betrieb einer Warmwasserbereitung und/oder Heizungsanlage, dann errechnet sich die Bruttowarmmiete. Komplexität nicht behandelt werden können).

Was bedeuted „Kauf bricht Miete“?

Dies bedeutet, dass ein vor der Beurkundung eines Kaufvertrages über eine Wohnung abgeschlossener Mietvertrag weiterhin Gültigkeit hat. Der Käufer tritt in den bestehenden Mietvertrag ein und übernimmt insofern sämtliche darin enthaltenen Bestimmungen.

Welche Bestandteile der Miete sind nicht im Wohngeld enthalten?

Nutzt ein Eigentümer seine Wohnung nicht selber, sondern hat sie an einen Dritten vermietet, dann kann er einen Großteil der im Wohngeld enthaltenen Kostenpositionen von dem Mieter erstattet bekommen.

Ganz allgemein kann man sagen, dass mit Ausnahme der Instandhaltungskosten inkl. Rücklage sowie der für die Betreuung des gemeinschaftlichen Eigentums zu entrichtenden Verwaltergebühr alle Kosten auf den Mieter als Betriebs- und Heizkosten umlegbar sind. Für den Eigentümer handelt es sich dementsprechend bei den im Rahmen des kalkulierten Wohngeldes von ihm zu zahlenden Bewirtschaftungskosten um durchlaufende Positionen.

Was ist Wohngeld?

Als Wohngeld werden umgangssprachlich die Vorauszahlungen der Mitglieder einer Wohnungseigentümergemeinschaft auf die Betriebskosten des Gemeinschaftseigentums bezeichnet. Diese werden aufgrund eines Wirtschaftsplanes als in der Regel monatliche Vorschüsse individuell für die einzelnen Wohnungseigentümer festgesetzt. Sie decken z. B. die laufenden Kosten für Hausmeister, Treppenhaus- und Gartenpflege, Hausstrom, Telekommunikationseinrichtungen (z. B. Kabelanschluss), Heizung, Abfallentsorgung, Verwaltung des Gemeinschaftseigentums, Wohngebäudeversicherung, Bankkontoführung und Instandhaltung des Gemeinschaftseigentums.

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