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Leipzig: Wilhelm-Plessing-Domizil
Das Kulturdenkmal befindet sich inmitten einer heute wie morgen wohl spannendsten Stadtregionen überhaupt. Dem facettenreichen, kulturell angesagten und lebenswerten Leipziger Süden, mit den Stadtteilen Zentrum-Süd, Südvorstadt und Connewitz, die so untrennbar ineinander übergehen wie kaum eine andere Stadtregion von Leipzig. Wenn, dann spricht der Leipziger liebevoll von "seinem" Süden, dem etwas anderem Leipzig westlich der Alten Messe, der Deutschen Nationalbibliothek und vom interdisziplinären Forschungszentrum BioCity, unmittelbar vor den Toren der wunderschönen "Costa Cospuda" im Leipziger Neuseenland. Der Süden ist das Leipzig der Intellektuellen, der Künstler, der Abenteurer, der Alteingesessenen und der Schwärmer. Nicht selten trifft man Leute, die schon immer im Süden zuhause waren - und nirgendwo anders ihre Zelte aufschlagen wollen. Wen wundert das.
Französische Küche, italienischer Charme oder spanisches Feuer liegen dicht beieinander. Als in den 90er Jahren Leipzigs graue Krusten aufbrachen, war es allen voran der Leipziger Süden, der sich am dynamischsten entwickelte, einzigartige gründerzeitliche Architektur Wiederaufleben ließ, alternative Szenen beheimatet und längst vergessenen Industrie-Brachen modernes Flair einhaucht. Potential, Ideen und Gestaltungsreichtum scheinen im Süden von Leipzig grenzenlos. Mit der Aufgabe des Bahnbetriebs auf dem großflächigen Areal am Bayerischen Bahnhof in den 90er Jahren haben die Stadtplaner die Möglichkeit, das künftig wohl größte Potential im Leipziger Süden auszuschöpfen. Durch den kontinuierlichen Rückbau der ehemaligen Bahnanlagen entstand zwischen dem früheren Kopfbahnhofsgebäude und dem Areal der MediaCity eine der größten innerstädtischen Freiflächen.
Mit dem zukunftsweisenden CityTunnel-Projekt - der noch im Bau befindlichen unterirdischen Bahnverbindung zwischen Haupt- und Bayerischen Bahnhof - wurde ein wesentlicher Grundstein fürdie mögliche Neunutzung und stellenweise Renaturierung des großflächigen Geländes gelegt. Nicht zuletzt eröffnet sich an dieser Stelle die Chance, die bestehenden innenstadtnahen Stadtteile Zentrum-Süd und Zentrum-Südost zusammenwachsen zu lassen, in der Verbindung einen neuen Modellstadtteil zum Wohnen und Arbeiten zu schaffen, der durch eine hohe Lebensqualität und moderne Verkehrsinfrastruktur gekennzeichnet sein wird. So wie im Jahre 1880 mit der Verlegung des einstigen Kohlenbahnhofs das Viertel rund um den Körner- und Sophienplatz (Anm.: heutiger Shakespeareplatz; vgl. dazu weiterführend die historischen Anmerkungen auf den Seiten 32ff in diesem Prospekt) neu entstanden ist.
Das sind Highlights über Highlights, vom Gasometer mit dem weltgrößten 360°-Panorama-Bild über die MDR-MediaCity mit Studios, Produktionsstätten und Medienagenturen bis hin zur größten Kneipenmeile Leipzigs. Gerade die gut abzusteckenden Bebauungsstufen des Leipziger Südens mit den Schwerpunkten in der Gründerzeit und in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg, die Mischung aus prachtvoller wie funktional-schöner Wohnbebauung und sich ästhetisch einpassender Industrie-Architektur zeichnet im Leipziger Süden ein spannungsvolles Bild. Von genau diesem Leipziger Süden, in dem entlang der Ader (Karl-Liebknecht-Straße) das Leben pulsiert -ungeachtet des Alters und der Anschauung, und esauf deran-deren Seite einfach möglich ist, zu wohnen, zu leben und zu flanieren wie einem gerade derSinn steht.
Am langen Arm der Karl-Liebknecht-Straße - liebevoll "Karli" genannt - mit ihren (Straßen-) Cafes, Spezialitäten-Restaurants, vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten vom Tante-Emma-Laden bis zum Feinschmecker-Geschäft, und doch wieder direkt am grünen Rand von Connewitz. Wie auch immer, man vermisst im Leipziger Süden nichts, zu keiner Zeit fehlt das pure Leben, auch nicht die Ruhe und Zweisamkeit, nach der man manchmal sucht. Vor allem kommt die fast perfekte Mischung ausgewogener Urbanisierung nicht zu kurz. Nicht einmal das emsige Treiben der Studenten.
Wilhelm-Plessing-Domizil in Leipzig
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