Zur Löwenburg in Erfurt
Zur Geschichte
Bekanntlich gehören Michaelis- und Allerheiligenstraße zu den geschichtsträchtigsten Erfurter Gegenden, die noch heute bemerkenswerte Zeugen einstiger Handelstätigkeit aufzuweisen haben. Im Übrigen erlangte dieses Altstadtgebiet als „ Lateinisches Viertel“ nachhaltige Bedeutung. Im Umkreis der 1392 eröffneten Universität wuchsen bemerkenswerte Wohnhäuser für die Lehrenden und Bursen, für die Studenten, Kollegien und Druckereien heran.
Auch das weiträumige Fachwerkhaus in der Allerheiligenstraße 2 hatte einen beachtlichen, wenn auch kaum überregionalen Stellenwert besessen. So weisen Urkunden das als „Zur Lauenburg“ oder „Zum Lauenberg“ benannte Gebäude seit 1587 als Biereigenhof aus.
Das Privileg, gewerbsmäßig Bier zu brauen und auszuschenken, setzte früher Haus- und Ackerbesitz sowie eine bestimmte Vermögenshöhe voraus.
A
Ansicht Dachgeschoss
uch andere Berufe außer dem erwähnten Biereigen wurden im Objekt ausgeübt. So arbeiteten Georg Hertz - Eigentümer von 1638 - 1671 und Johann Georg Hertz als Buchdrucker.
Mit dem Bierbrauer Johann Kaspar Schlegel begann 1836 eine völlig anders geartete Verwendung des Hauses als zur Zeit der Biereigen, denn schon 1816 war die alte Brauverfassung mit der Einführung der Gewerbefreiheit aufgehoben wurden.
Wie lange seine erfolgreiche Gastwirtschaft “Löwenburg“ fortbestand, lässt sich schwer datieren, aber erinnerlich ist, dass hier ein Nachfolger bis in die 1960er Jahre einen Ausschank betrieb und das Gebäude danach dem volkseigenen Industriebetrieb Kinderschuhe als Lager diente. Seit Mitte der 80er Jahre setzte sich der „ Erfurter Freizeitklub Löwenburg e.V.“ als Ziel, das leer stehende Objekt in eine öffentliche Begegnungsstätte zu verwandeln.
Im Jahre 2000 trat der nächste Bauherr mit neuen Raumnutzungsplänen in Erscheinung. Vorgesehen war, den Keller als Gast- und Veranstaltungsraum, das Erdgeschoss als Lokal und die drei Obergeschosse für Wohnungen zu nutzen…



