Die Hesperidenhöfe in Berlin
Malz aus Pankow
Seit 1874 wurde in Pankow Braumalz hergestellt. Die Mälzerei an der Mühlenstraße gehörte einst zum Imperium von Richard Roesicke (1845–1903), dem Eigentümer der Schultheiss Brauerei. Unter seiner Führung stieg Schultheiss zur größten Brauerei Deutschlands auf.
Roesicke hatte das Brauunternehmen 1864 von Jobst Schultheiss erworben. Er war Reichstagsabgeordneter, Sozialreformer und vor allem erfolgreicher Unternehmer. Um mit dem Wachstum seiner Bierproduktion Schritt zu halten, musste Roesicke immer neue Kapazitäten zur Herstellung von Braumalz schaffen. 1873 beauftragte er den Ratsmaurermeister Arthur Rohmer mit Planung und Errichtung einer Mälzerei. Im November des Jahres 1874 war es soweit. Die Tennenmälzerei in Pankow war fertig. Bis zum I. Weltkrieg wurden die Gebäude immer wieder ergänzt und umgebaut.
Eine Zeitenwende bedeutete der Neubau der pneumatischen Mälzerei auf den Fundamenten des ursprünglichen Tennenbauwerks. Das Zeitalter industrieller Bierherstellung war angebrochen. Von der Ursprungsmälzerei kündet heute noch ein kleiner Teil der alten Tenne und die Darren II und III. Die Wirren des II. Weltkrieges ließen die Mälzerei weitgehend unversehrt. Die Einstellung der Malzproduktion erfolgte im Jahre 1945. Bis 1989 wurden Teile des Gebäudeensembles als Lager genutzt. Heute hat trostlose Leere die Mälzerei im Griff.
Begünstigt von Berlins wirtschaftlichem Aufschwung und der wachsenden Beliebtheit Pankows als Wohnort, haben wir die Ehre für dieses einzigartige Monument aus Ziegelstein eine neue Ära einzuläuten.



