Denkmalensemble in Bad Reichenhall
Friedrich von Gärtner
Genialer Architekt des 19. Jahrhunderts
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Friedrich von Gärtner
riedrich von Gärtner eine schillernde Persönlichkeit zu nennen, scheint selbst für moderne Verhältnisse weit untertrieben: Der Mann war ein Tausendsassa, vor allem Architekt, aber auch Designer und wegweisender Ausbilder für kommende Generationen. Von Gärtner hat die Ludwigskirche, die Bayerische Staatsbibliothek, die Feldherrenhalle sowie das Siegestor erbaut und damit den Rahmen für den Münchner Prachtboulevard Ludwigsstraße geschaffen. Es folgten die Salinenadministration (Königspalais) in Bad Reichenhall, das Pompejanum in Aschaffenburg sowie ein Schloss in Athen. Zudem war von Gärtner für die architektonisch prägenden Restaurierungen der Dome in Bamberg und Regensburg verantwortlich, hat als Leiter und Designer der Porzellanmanufaktur Nymphenburg ein komplettes Service entworfen und als Direktor der Münchner Akademie zahlreiche berühmte Architekten ausgebildet. Seine Schüler aus ganz Deutschland und den Nachbarstaaten verbreiteten seine strenge Lehre des Rundbogenstils und der Ziegelarchitektur über ganz Bayern hinweg und bis in die USA.
Der weltweite Erfolg des gebürtigen Koblenzers Friedrich von Gärtner (1791-1847) hatte zwei Väter: Der leibliche war der ebenfalls erfolgreiche Architekt Johann Andreas Gärtner und der geistige war König Ludwig der I. Dieser beauftragte ihn mit dem Bau der Bayerischen Staatsbibliothek in München und fortan war er der prägende Architekt seiner Hoheit. Der modifizierte romanische Stil („Rundbogenstil“) entsprach den klassizistischen Ansprüchen Ludwig des I. – und genau in diesem Stil, der sich auch als Historismus bezeichnen lässt, ließ König Ludwig das Königspalais erbauen. Es gilt damit als eines der architektonischen Höhepunkte seiner Zeit.



